Joe Biden – neue Hoffnung für die Welt?

Es war das Gesprächsthema in den Medien: die Amtsübernahme Joe Bidens. Wie lange haben wir auf diesen Tag gewartet? Ich persönlich seit vier Jahren.

Bevor Donald Trump seine Präsidentschaft von 2017 – 2021 in den USA antrat, haben sich viele von uns gedacht: O Gott, das kann ja nicht gut gehen.

Und tatsächlich hat Trump uns in diesem Sinne nicht enttäuscht. Er hat für mehr Skandale gesorgt als sonst ein Präsident vor ihm. Besonders in seiner letzten Amtszeit hat er uns alle ein Stück weit überrascht. Niemand hätte erwartet, dass man mit einer solcher Sturheit seine Niederlage verleugnen kann. Mit allen Mitteln hat er versucht, gegen diese vorzugehen, jedoch ohne Erfolg. Das Einzige, was er mit seinem Verhalten erreicht hatte, war das Land zu spalten und seine Anhänger zu Gewalt zu animieren.

Dennoch wurde Joe Biden am 20. Januar 2021 als neuer amerikanischer Präsident vereidigt. Ein so mancher mag sich dabei gedacht haben: Jetzt hat der ganze Spuk ein Ende. Jetzt geht es bergauf.

Hoffnung auf einen Neuanfang?

Aber sollten wir wirklich so viel Hoffnungen in diesen Mann setzen?

Bidens Vereidigung war die erste, die ich mir angeschaut hatte. Und natürlich war ich gespannt, wie genau das ablaufen würde und habe mich somit um 17:30 Uhr unserer Zeit bereit gemacht. Besonders beeindruckt hat mich die Rede Joe Bidens nach dem Ablegen seines Eids. Diese 25 Minuten konnten einem einen guten Eindruck davon vermitteln, was dieser neue Präsident als nächstes vorhaben würde. Und ich fand es einfach ironisch, wie unterschiedlich Trump und Biden doch redeten: Während Donald Trump in seinen Reden seine Gegner kritisierte und erfundenen Behauptungen als „Fake News“ bezeichnete, versprach Biden ein Präsident für alle Amerikaner zu sein. Nicht nur für jene, die ihn gewählt haben. Nein, Biden will für alle da sein und sich nicht davon beeinflussen lassen, wer auf seiner Seite steht und wer nicht.

In gewissen Aussagen steckten auch teilweise Andeutungen über seine eigene Meinung zu seinem Vorgänger. Somit versprach er keine Lügen zu erzählen und für den Zusammenhalt der USA zu sorgen. Eine Einigkeit zu schaffen, die Trump zuvor zerstörte. Dabei hat er den Ex-Präsidenten mit keinem Wort erwähnt, der nicht einmal zur Amtsübergabe ins Kapitol in Washington erschien – dasselbe Kapitol, das vor wenigen Tagen noch von Trumps Anhängern gestürmt worden war.

Diese Gewalt war am Mittwoch jedoch gänzlich verschwunden. Vielmehr wirkte die Situation ungewöhnlich gelöst. So hatte ich mir die ganze Zeremonie nicht vorgestellt. Vielmehr dachte ich an einen strengen Ablauf. Zumal ich selbst nur an diese Gewalt im Kapitol gedacht hatte und etwas Respekt davor gehabt hätte, mich in demselben Gebäude zu befinden.

Für die USA wird sich in nächster Zeit viel verändern, und teilweise hat es das auch schon:

Noch am selben Tag seiner Ernennung trat der neue Präsident wieder dem Pariser Klimaabkommen und der WHO bei – beides Organisationen, die momentan sehr wichtig sind. Anscheinend nur nicht wichtig genug für Trump.

Nun gibt es Hoffnungen für den Klimaschutz in den USA, aber auch für die Eindämmung der Corona-Pandemie. Doch abgesehen von den Schutzmaßnahmen, die Biden nun zur Prävention anwenden will, könnte sich in nächster Zeit noch mehr im amerikanischen Gesundheitswesen verändern: Es könnte eine Krankenversicherung geben.

Diese hatte Obama zu seiner Amtszeit eingeführt und wurde anschließend von Trump wieder abgeschafft. Insgesamt kann man annehmen, dass sich Biden stark mit Obamas Ideen identifizieren könnte. Schließlich war er zu dessen Amtszeit sein Vizepräsident.

Für Trump sieht es jedoch schlecht aus mit der Chance, noch einmal Präsident zu werden. So sieht das jedenfalls sein republikanischer Vizepräsident, Mike Pence. Pence hatte Trump treu unterstützt, doch als er dann Joe Biden beglückwünschte und dessen Sieg anerkannte, stellte er sich gegen Trump, weshalb dieser und seine Anhängerschaft entsprechend schlecht auf ihn zu sprechen sind.

Kamala Harris, die erste US-Vizepräsidentin

Ganz im Gegensatz dazu steht Bidens Vizepräsidentin Kamala Harris. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt bekleidet. Und das in einer der ältesten Demokratien der Welt! Hinzu kommt noch, dass ihre Eltern beide in die USA emigriert sind. Ihre Mutter kam 1960 aus Indien und ihr Vater lebte zuvor in Jamaika.

Das ist nicht nur ein großer Schritt für die Gleichberechtigung, sondern auch für den Kampf gegen den Rassismus in Amerika. Dieses Thema ist ebenfalls seit letztem Jahr sehr groß geworden: „Black Lives Matter“. Aufgrund der Aktualität und der Wichtigkeit dieser Bewegung, ist es von noch größerer Bedeutung, dass Kamala Harris die Zuständigkeit für dieses Amt bekam.

Wenn man sich nun also fragt, ob Joe Biden ein gerechter Präsident für die USA und den Rest der Welt sein wird, kann ich natürlich keine Antwort darauf geben. Das wird sich mit der Zeit zeigen.

Aber ich bin mir sicher, dass seine Regierung für Hoffnung stehen könnte. Für die ethnischen Minderheiten in den USA, für die ärmere Bevölkerung, die die Möglichkeit bekommen eine gesundheitliche Versorgung zu genießen und für Menschen mit Vorerkrankungen, die bei einer Infektion mit Corona sterben würden, ist sie es definitiv.

All diese Menschen können auf Verbesserungen hoffen. Die Trump-Ära ist zu Ende und wird hoffentlich nicht wieder kommen. Es kann kaum schlimmer werden.

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